Gesundheit – mehr als die Abwesenheit von Krankheit?!

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Was ist Salutogenese?

Kennst du den Begriff Salutogenese?

Ja! Gratulation! Dann gehörst du schon zu den selbstbestimmten, gesunden und sinnerfüllten Menschen!

Nein? Herzlich Willkommen! Die meisten Menschen, leider auch noch sehr viele ÄrztInnen und GesundheitsexpertInnen, haben noch nie etwas von der Salutogenese gehört.

Die Wortschöpfung Salutogenese setzt sich aus zwei Begriffen zusammen:
lateinisch salus = Gesundheit / Wohlbefinden und griechisch genese = Entstehung / Lehre.

Salutogenese beschäftigt sich mit der Frage, wie Gesundheit entsteht, wie sich Menschen gesund entwickeln können und wie Gesundheit zu erhalten ist.

Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923 – 1994) prägte diesen Begriff in den 70ziger Jahren als komplementären Begriff zur Pathogenese (die Lehre und Entstehung von Krankheiten). In unserer westlichen Schulmedizin wird in erster Linie der pathogenetische Ansatz verfolgt, das heißt, es werden die Symptome „repariert“.
Der Ansatz der Salutogenese beschäftigt sich mit den Ressourcen und Fähigkeiten, die uns gesund erhalten.
Nach dem Modell der Salutogenese, welches ich hier auch gleich noch vorstelle, ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess, den ich jeden Tag gestalten kann, zu verstehen.

„Eine neue Art zu denken braucht die Menschheit“

Albert Einstein

Wie entsteht Gesundheit?

Diese entscheidende Frage stellte der Medizinsoziologe und Stressforscher Aaron Antonovsky angesichts einer vergleichenden Untersuchung von Frauen in den Wechseljahren, die den Holocaust im KZ überlebt hatten: “. … bedenken Sie, was es bedeutet, dass 29 Prozent einer Gruppe von Überlebenden des Konzentrationslagers eine gute psychische Gesundheit zuerkannt wurde. (Die Daten zur physischen Gesundheit erzählen dieselbe Geschichte.).
Den absolut unvorstellbaren Horror des Lagers durchgestanden zu haben, … und dennoch in einem angemessenen Gesundheitszustand zu sein! Dies war für mich die dramatische Erfahrung, die mich bewusst auf den Weg brachte, das zu formulieren, was ich später als das salutogenetische Modell bezeichnet habe…“. So Aaron Antonovsky über den Beginn des Weges zur Frage der Salutogenese.
Er hat diese Frauen, die den Holocaust gesundheitlich gut überstanden haben, intensiv befragt, um herauszufinden, was sie zu dieser Stressbewältigung befähigt hat.

Aaron Antonovsky stellte in diesem Zusammenhang drei Fragen:

  • „Wie und warum werden Menschen krank und wie bleiben sie trotz vieler potentiell gesundheitsgefährdender Einflüsse gesund?“
  • „Wie entsteht Gesundheit und wie wird sie gewahrt?“
  • „Was ist das Besondere an Menschen, die trotz extremer Belastung nicht krank werden?“

Daraus entwickelte er das Modell der Salutogenese, was ich dir in Form eines Glases, deines Lebensglases, vorstelle.

Wie oft stellen wir uns die Frage: ist das Glas halbleer oder halbvoll?
Je mehr du das Gefühl hast, es ist halbvoll und voller, um so stärker ist dein Kohärenz- bzw. Stimmigkeitsgefühl, der Boden für die Entstehung von Gesundheit.

Heiner Keupp (deutscher Sozialpsychologe) beschreibt es so:
„Kohärenz ist das Gefühl, dass es Zusammenhang und Sinn im Leben gibt, dass das Leben nicht einem unbeeinflussbaren Schicksal unterworfen ist.

Dieses Urvertrauen setzt sich aus den 3 folgenden Komponenten zusammen:

Verstehbarkeit:

Meine Welt ist verständlich, stimmig, geordnet; auch Probleme und Belastungen, die ich erlebe, kann ich in einem größeren Zusammenhang sehen.

Aus meiner täglichen Trainerin- und Coachpraxis erfahre ich immer wieder, dass die meisten Menschen die Wahrnehmung haben, es muss sich erst etwas oder jemand ändern, dann kann ich zufrieden, gesund, glücklich sein….
Ich respektiere es und nehme es an, so wie es ist!

Machbarkeit:

Das Leben stellt mir Aufgaben, die ich lösen kann. Ich verfüge über Ressourcen, die ich zur Meisterung meines Lebens, meiner aktuellen Probleme mobilisieren kann.
So häufig erzählen mir meine SeminarteilnehmerInnen und Coaches, ich würde ja gern etwas ändern, aber ich habe keine Zeit, mein/e Vorgesetzte/e lässt es nicht zu, ich habe kein Geld, mir fehlt der passende PartnerIn….
Ich bin die Herrin meine Lebenszeit und Lebensqualität!

Sinnhaftigkeit:

Für meine Lebensführung ist jede Anstrengung sinnvoll. Es gibt Ziele und Projekte, für die es sich zu engagieren lohnt.
Das ist für mich die ganz entscheidende Frage – macht das, was ich tue, Sinn? Kenne ich den Sinn, die Berufung meines Lebens?
Ich bin die Schöpferin meines selbstbestimmten, gesunden und erfolgreichen Lebens!

Mit diesem Wissen und durch das Erkennen habe ich für mein Leben und meine Gesundheit in teilweise winzigen, dennoch kontinuierlichen Schritten Verantwortung übernommen.
Ich begann, die Menschen, Dinge und Situationen viel schneller erst einmal so zu respektieren, wie sie gerade sind. Ich lernte schneller anzunehmen und loszulassen.
Ich fing an, mich auf meine Stärken zu konzentrieren, auf meine Ressourcen, was mir gut tut und was mir Kraft und gute Energie gibt.
Und ich begann über meinen Sinn des Lebens nachzudenken. Viele Bücher habe ich gelesen und viele Seminare besucht. Und ich habe mich von einer einer Coachess begleiten lassen, um mich dieser für mich sehr herausfordernden Frage zu nähern.

Heute kenne und lebe ich meine Berufung – dadurch entsteht das Gefühl der Freiheit, Leichtigkeit und Selbstbestimmtheit.
Das fühlt sich verdammt gut und gesund an!

Ich freue mich über deine Erfahrungen und Kommentare zu folgenden Fragen:
Wo stehst du gerade im Leben?
Was bedeutet dir Gesundheit und Wohlbefinden?
Woran erkennst du, dass du gesund bist?
Wie fühlt sich Gesundheit für dich an?
Bist du deine eigene Gesundheitsexpertin?

Herzlichst
Deine Alice

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